Die Geschichte vom Sein - Band 2 - Musterkapitel 1


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Erfahrungen mit der Macht des Heilens

 

Nach einer ruhigen Mittagspause und einem Spaziergang am See saßen Christoph und ich am Nachmittag wieder auf der Veranda und genossen unseren Kaffee. In meinen Gedanken bewegten sich die Erlebnisse von Christoph, die er mir bisher - insbesondere bei meinem ersten Besuch - aus seinem Leben geschildert hatte.

 

So wandte ich mich an Christoph und sagte zu ihm: „Ich habe soeben noch einmal über deine mir berichteten Erlebnisse vom ersten Besuch in meinen Gedanken bewegt. Weist du Christoph, ich muss gestehen: Es war und ist nicht leicht für mich, das alles als real erlebte Erlebnisse zu akzeptieren. Mein Bewusstsein und mein Verständnis diesen Dingen gegenüber waren und sind noch nicht ganz so weit. Ich war immer aufgeschlossen und neugierig unerklärlichen und fantastischen Dingen gegenüber und habe auch sehr viel darüber gelesen. Aber von einem Menschen zu hören, dass er diese sonderbaren Erlebnisse real erlebt hat, ist etwas vollkommen anderes.“

 

Christoph schaute mich ruhig an und erwiderte verständnisvoll: „Ich kann verstehen, Manfred, was du mir damit sagen möchtest. Ich nehme an, dass ich, würde ich an deiner Stelle sein, ebenso empfinden würde.“

 

Es ist ja nicht so, dass ich dir nicht glaube ...“ Bemühte ich mich weiter ihm meine Empfindungen mitzuteilen. „Du weist, dass ich volles Vertrauen zu dir habe - und ich weis, dass alles von dir Gesagte, der Wahrheit entspricht. Aber mein geistiges Bewusstsein ist noch immer nicht so weit, zu glauben - oder besser noch: es zu wissen -, dass so etwas möglich ist. Wenn ich in der Bibel von den Erlebnissen und Begebenheiten Jesus lese, brauch ich sie nicht in meine Realität und meinem Realitätsbewusstsein übernehmen und fallen mir daher leichter als wahre Erlebnisse und Begebenheiten aus dem Leben eines realen Menschen zu akzeptieren.“

 

Christoph schaute mich einen Moment ruhig an, nickte erneut verständnisvoll und sagte: „Ich verstehe ... was du meinst, Manfred. Wie dir geht es sicher den meisten Menschen. Ein Grund dafür, warum die meisten Menschen Dinge, die sie als Wunder bezeichnen, nicht erleben. Erst die Gewissheit, dass diese Dinge möglich sind und geschehen können, lassen sie in unserer Welt geschehen. Genauso verhält es sich mit den Heilungen, von denen über Jesus in der Bibel berichtet wird. Aber nicht Jesus alleine hat diese wundersamen Heilungen geschehen lassen. Sie geschehen auch heute noch. Sie geschehen an Menschen und durch Menschen, die sich der Wirkung gewiss sind. Schon Jesus hatte dazu die Worte gesagt „Dein Glaube hat dir geholfen!“ Dieser Glaube ist ein in den Menschen fest vorhandenes Bewusstsein, dass sich der gewünschten Wirkung gewiss ist. Ohne dem, wäre ein Wunder oder eine Heilung nicht möglich.

 

Christoph machte eine kurze Gedankenpause, schaute mich an und sagte dann zu mir: „Auch ich habe in meinem vergangenen Leben mehrere Menschen von ihren Gebrechen geheilt, Manfred – und werde dir nun darüber berichten.“

 

Ich hatte selbstverständlich - wie immer - mein Aufnahmegerät dabei. Ich schaltete es ein und Christoph berichtete mir über seine ...

 

... Erfahrungen mit der Macht des Heilens

 

Die Abwendung des Priesters Neubauers von der katholischen Kirche, deren Auslöser, seinem Kontakt zu mir, zugesprochen wurde - und auch sonstige kleinere Begebenheiten ließen meinen Bekanntheitsgrad in dem Örtchen Oberammergau wachsen. Mir wurden allerlei Dinge nachgesagt und auch zugesprochen und es gab auch kaum einen Menschen, der nicht in irgendeiner Weise von mir gehört hatte.

 

So wurde mir von einigen Gemeindemitgliedern ein besonderes Verhältnis zu Gott und Jesus zugesprochen – was sicherlich noch durch das Wirken von Herrn Neubauer unterstützt wurde. Mein Ansehen als Person wuchs damit unter den Menschen in einem Verhältnis, wie ich es selbst nicht gewollt hatte. Die allgemeine Meinung der Menschen über meine Person war der Auslöser für Begebenheiten und Erlebnisse, deren Ausmaß ich mir selbst bis dahin nicht vorgestellt hatte.

 

Es begann damit, dass eines Nachmittags eine ältere Frau zu mir kam und mich bat: „Lieber Herr Jürgens, ich weiß, dass sie eine besondere Beziehung zu Gott haben und weil dem so ist, können sie auch bestimmt Menschen von ihren Gebrechen heilen. Bitte, Herr Jürgens! - kommen sie mit mir mit und machen meinen Ehemann wieder gesund.“

 

Ich war völlig überrascht von der Bitte dieser Frau, da ich bisher über meine Befähigung Menschen zu heilen nicht nachgedacht und mich auch nicht mit diesen Absichten beschäftigt hatte. Da ich mir aber in meinen tieferen Inneren bewusst war, dass ich über diese Befähigung verfüge - über die aber jeder Mensch verfügt, wenn er sich dessen gewiss wäre - und mich der flehende Blick der Frau mich zutiefst berührte, ging ich mit ihr.

 

Die Frau führte mich hinaus aus dem Ort zu einem alleinstehenden kleinen landwirtschaftlichen Besitz. Auf dem Weg dorthin erzählte mir die Frau, dass sie einfache Leute seien und kein Geld für einen weiteren Arzt besäßen, nachdem ihr Hausarzt nicht mehr weiter wüsste. Ihr Ehemann war also schwer erkrankt - was durch den Anblick, der sich mir bot, als wir das Schlafzimmer betraten, bestätigt wurde.

 

Der Anblick dieses alten schwer erkrankten Mannes erschreckte mich und holte mich für einen Moment in die nüchterne Realität zurück. Für einen Moment verspürte ich Ohnmacht in mir, das aber durch ein tiefes Mitgefühl für eine jede menschliche Seele - und insbesondere nun für diese Seele - umgewandelt wurde in dem Bedürfnis zu helfen. Aus meinem Inneren verspürte ich die Kräfte meiner göttlichen Seele, die alles möglich machen. Ich setzte mich auf einem Stuhl vor dem Bett des Mannes, nahm seine beiden Hände in meine Hände, schaute ihn ruhig an und stellte ihm die Frage: „Glauben sie an die allgegenwärtige Existenz Gottes? Glauben sie an deren uneingeschränkte Kraft, die alles geschaffen hat und alles möglich macht? ... also auch die vermeintlich unmöglichen Dinge?“

 

Der Mann schaute mich mit einem liebevollen und treuen Blick an und bestätigte: „Ja, das glaube ich! - und ich bin mir auch gewiss, dass sie sein Bote sind, dem alle Kraft gegeben und alles möglich ist.“

 

Seine Worte berührten mich zutiefst und musste feststellen, dass ich so einen demütigen tiefen Glauben bisher nicht erlebt hatte. Während ich seine Hände noch inniger in meinen Händen aufnahm, schloss ich meine Augen und verband mich tief über meine Seele mit seiner Seele - und darüber mit dem göttlichen Universum. In meinem Bewusstsein ließ ich heilende Ströme aus dem Universum über mich in den Körper des Mannes fließen. Ich konnte spüren, wie diese heilenden göttlichen Ströme durch mich hindurchflossen.

 

Nach einer Weile öffnete ich erschöpft meine Augen und sprach mit voller Gewissheit zu diesem Mann: „Sie werden wieder gesund!“

 

Mit Tränen in seinen Augen und einem dankbaren Blick fiel der Mann ebenfalls erschöpft aber sichtlich gelöst in einen tiefen Schlaf. Auch die Ehefrau weinte und war völlig aufgelöst von dem Erlebten. Sie begleitete mich noch zur Haustür, wo ich auch ihr noch einmal zum Abschied bestätigte: „Seien sie sich gewiss, liebe Frau: Ihr Mann wird wieder gesund!“ Unfähig ihre Dankbarkeit in Worte zu kleiden, nahm sie mich in ihre Arme, während Tränen des Glücks über ihre Wangen liefen.

 

Auch ich war von diesem Erleben tief ergriffen und begab mich auf dem Heimweg. Ich war an diesem Tag froh, dass mir nicht beim Betreten des Wohnhauses Frau Meinauer über den Weg lief, denn ich war einfach zu erschöpft, um mich mit ihr zu unterhalten. Ich ging in meine Wohnung und war dankbar, dass ich mit mir alleine war - denn so konnte ich die Geschehnisse noch einmal in Ruhe in meinem Geiste durchleben. Ich empfand tiefe Dankbarkeit und Demut im Bezug zu dem Geschehenen und dankte Gott und dem Universum für die vollzogene Heilung und meine Schöpferkraft.

 

Die Tage vergingen und eines Nachmittags kam erneut die ältere Frau zu mir um mich von der raschen Genesung ihres Mannes zu berichten. Sie brachte mir einen selbst gebackenen Kuchen und meinte dazu: „Als kleine Geste der Dankbarkeit für die Heilung an meinen Mann.“ Sie machte eine kleine Pause und ergänzte ihre Worte noch mit Tränen in den Augen: „Es ist ein Wunder geschehen, Herr Jürgens! ... ein Wunder, das sie vollbracht haben.“

 

Ich setzte mich zu ihr auf die Couch, nahm ihre Hand und sagte: „Auch sie und ihr Mann haben an dem Wunder mitgewirkt ... Ohne ihren tiefen und festen Glauben wäre das Wunder nicht möglich gewesen! - dies hat Jesus schon zu seiner Zeit den Geheilten gesagt.“

 

Nach einer Weile - wir unterhielten uns noch kurz darüber, was nun mit ihr und ihrem Mann werden würde - verließ die Frau meine Wohnung. Ich schaute ihr noch aus meinem Fenster nach, wie sie die Straße entlang ging und hinter der nächsten Straßenecke entschwand. An diesem Tag machte die Frau einige kleinere Einkäufe in dem Dorf und kam unwillkürlich im Bezug zu ihrem erkrankten Mann mit den Menschen ins Gespräch. Selbstverständlich - wer will es ihr verübeln - sprach sie voller Freude von der raschen Genesung ihres Mannes und das ich ihn geheilt habe. Die Menschen reagierten sehr unterschiedlich darauf und waren teilweise erstaunt, skeptisch und ungläubig – aber die meisten von ihnen nutzten es als willkommene Abwechselung in den Gesprächen mit ihren Mitmenschen.

 

So machte die Heilung des älteren Mannes schnell seine Runde in Oberammergau. Und was meiner Person anbetraf: Ich war für die meisten Menschen nicht mehr der gleiche Mensch, den sie vor der Begebenheit kannten. Wenn ich nun auf der Straße Menschen begegnete, grüßte die Mehrzahl von ihnen mich mit distanzierter Freundlichkeit und einem Ausdruck von Ehrfurcht. Aber es gab auch einige wenige Menschen, die, wenn sie mich begegneten, direkt auf mich zu kamen und mir liebevoll und freundlich die Hand gaben und mich begrüßten.

 

Auch Herr Neubauer, der inzwischen nach München gezogen war, hatte durch Bekannte in Oberammergau von dem Ereignis erfahren. So kam es, dass es eines Sonntagsmorgen an meiner Wohnungstür läutete und Herr Neubauer vor der Tür stand.

 

Ich begrüßte ihn freundlich und meinte etwas ironisch: „Hallo, Herr Neubauer! - schön sie zu sehen. Aber müssen sie nicht an diesem Sonntagmorgen in der Kirche sein?“

 

Herr Neubauer lächelte und meinte: „Ich bin mir sicher, dass ich hier bei ihnen in ihrer Wohnung Gott näher bin als in irgendeiner Kirche auf dieser Welt!“ Damit hatte Herr Neubauer sofort den direkten Kontakt zu mir und den für ihn so wichtigen Grund seines Besuches angesprochen.

 

Dann will ich sie nicht länger vor der Tür warten lassen! - bitte treten sie ein und nehmen bei mir Platz“, erwiderte ich darauf.

 

Wir setzten uns in mein Wohnzimmer und Herr Neubauer richtete voller Erwartung die Frage an mich: „Entspricht das, was man über sie redet, tatsächlich der Wahrheit ... und haben sie wirklich einen älteren Mann von einer schweren Krankheit geheilt?“

 

Nach einer kurzen Gedankenpause erwiderte ich: „Um darauf konkret zu antworten, muss ich schon etwas weiter ausholen ... Ja! - der ältere Mann, von dem sie sprechen, ist von seiner Krankheit geheilt. Und ja! - ich war an der Heilung beteiligt. Aber es entspricht nicht den Tatsachen, wenn man darüber spricht, dass ich den Mann aus eigener Kraft geheilt habe - da die innere Einstellung des erkrankten älteren Mannes ausschlaggebend war. Letztendlich könnte man sagen, hat er sich selbst geheilt. Ich war nur ein Glied zwischen dem Bewusstsein des Mannes - der sich der Kraft der Heilung gewiss war und wieder gesund werden wollte - und dem göttlichen Universum.“

 

Herr Neubauer schien von meiner Darstellung überrascht zu sein und meinte daher: „Verstehe ich sie richtig, dass der ältere Mann - und somit auch jeder andere Mensch - sich selber heilen könnte und somit keinen Heiler benötigen?“

 

Ja, genauso ist es!“ Bestätigte ich seine Frage und fügte hinzu: „Ohne den festen Glauben, der einer Gewissheit entspricht, kann kein Mensch, weder durch sich selbst noch durch einen vermeintlichen Heiler, geheilt werden. Erst die Gewissheit, dass Heilung möglich ist, lässt es zu einer Heilung werden. Vielleicht sollte man in dem Zusammenhang erwähnen, dass wir wissen sollten, dass wir die Ursache zur Erkrankung selbst erwählt oder zugelassen haben und somit auch in der Lage sind, diese Ursache wieder aufzuheben. Wir alle sind Schöpfer der Dinge, die uns wiederfahren.

 

Die Gesetzmäßigkeit der Schöpfung in unserem Leben funktioniert nach dem Prinzip „Ursache und Wirkung“ - und deren „Ursache“, also Schöpfung, beginnt mit unseren Gedanken. Je intensiver, fester und gewisser unsere Gedanken sich auf eine Sache richten oder sich mit ihnen beschäftigen, um so sicherer und schneller manifestieren sich diese Gedanken und werden von uns real als „Wirkung“ erlebt. Dieser Prozess verläuft bei einem Großteil von uns Menschen unbewusst ab. Wenn wir nun aber bewusst etwas im Sinne von Sein, Haben oder Tun erleben möchten, geht es darum, unsere Gedanken mit fester Gewissheit in diese Richtung zu bewegen - und das so lange, bis sich das Erwählte als Schöpfung in unserem Leben manifestiert hat. Entsprechend der Intensität unserer Gedanken und der Gewissheit hinter den Gedanken dauert auch die Manifestierung. So vergehen vom Zeitpunkt des ersten Gedankens in eine bestimmte Richtung Monate, Wochen, Tage, Stunden und manchmal auch nur ein Moment. Je kürzer die Zeitspanne dazwischen ist, umso mehr empfinden wir das Geschehene als „Wunder“.

 

Da Jesus im festen Einklang mit dem Göttlichen lebte und es hinter seinen Gedanken auch nicht den geringsten Zweifel gab, geschahen seine Manifestierungen - zum Beispiel im Bezug zu Heilungen - auch sofort. Aber nicht nur Jesus konnte Heilen oder Wunder vollbringen. Auch sie und ich können das. Wir können selbst Heilen oder ein Glied im Prozess der Heilung sein. Wie ich schon sagte: Letzteres war ich im Bezug zu dem geheilten Mann.“

 

Herr Neubauer hatte sich entspannt zurückgelehnt und meinte: „Wie ich ihnen schon an anderer Stelle einmal bestätigt hatte, kann ich es heute nur noch einmal wiederholen: Aus ihrem Munde klingt alles so plausibel und so einfach - es ist einfach so! Ich bin sehr froh, Herr Jürgens, dass ich heute Morgen zu ihnen gekommen bin, denn ich habe heute etwas Großartiges von ihnen erfahren: Wir alle sind Schöpfer und wir alle können Heilen und Wunder vollbringen!“

 

Indem ich seine Worte noch einmal bestätigte, fügte ich noch hinzu: „Und das ist die frohe Botschaft, die sie unter die Menschen tragen können. Sein auch sie ein Bote Gottes. Sie und ich können dazu beitragen, dass wir Menschen zu einem neuen Bewusstsein gelangen.“

 

Ein Leuchten ging über das Gesicht von Herrn Neubauer, der ergriffen bestätigte: „Ja! - sie haben recht. Ich werde den Menschen von dem berichten, was ich an meiner Seele erlebt und neuem Bewusstsein von ihnen erfahren habe. Ich möchte auch weiterhin in einem engeren Kontakt mit ihnen bleiben und ein gelehrigen Schüler sein.“

 

So kam es dann auch: Herr Neubauer kam ab diesem Sonntagmorgen regelmäßig jeden Sonntagmorgen. Er meinte, der Sonntag wäre für diese Zwecke am geeignetesten. Ich musste ihn recht geben, denn auch für mich war der Sonntag immer ein besonderer Tag gewesen - und ist es heute noch. Wenn wir das Bedürfnis nach tiefer Einkehr zu unserer Seele und damit zu Gott haben möchten, ist der Sonntagmorgen dafür (wie) geschaffen. Herr Neubauer war übrigens ein sehr gelehriger Schüler und konnte schon bald selbst über erste vollzogene Heilungen an Menschen berichten.

 

Was mich betraf, habe ich noch des Öfteren kleinere Heilungen an Menschen vollzogen - die als Grundlage eine feste Gewissheit an den Prozess der Heilung besaßen. Und dies nicht nur in Oberammergau, sondern auch in anderen Örtern. Ohne dass es meine Absicht war, wurde nach und nach mein Name als „Heiler“ in einem immer größeren Umfeld bekannt.

 

Ja - es erreichte sogar eine noch größere Dimension! - ich wurde eines Tages ins Fernsehen in einer Talkshow eingeladen, nachdem folgendes Erlebnis die Presse aufnahm und davon in vielen Zeitungen berichtet wurde:

 

Ich bekam eines Tages einen Anruf von einem Mann mit Namen „Curd Mattis“ aus Hamburg. Er stellte sich als erfolgreicher Geschäftsmann vor. Dieser Mann berichtete mir von seiner tragischen Odyssee, die er in Bezug zu einer schweren Erkrankung seiner Ehefrau - sie hatte Lungenkrebs - mit der Schulmedizin in den vergangenen acht Monaten durchlebt hatte.

 

Mit tief bewegter Stimme sagte mir dieser Mann am Telefon: „Glauben sie mir, Herr Jürgens ..., sie sind meine einzige und letzte Hoffnung. Das sage und weis ich, obwohl ich mich in den vergangenen Jahren wenig mit Glaubensfragen und mit Gott auseinandergesetzt habe. Wenn sie nicht helfen können ..., wird meine Frau sterben - denn die Schulmedizin hat meine Frau schon aufgegeben. Aber ich weis, dass Sie meiner Frau helfen können. Deshalb bitte ich sie ... Herr Jürgens! ... kommen Sie nach Hamburg und helfen meiner Frau. Ich weis, dass ihre Form der Hilfe nicht in Verbindung mit großer finanzieller Entlohnung steht, dennoch würde ich sie schon für ihre Bemühungen ausreichend entlohnen.“

 

Ich hatte die ganze Zeit angeregt zugehört und war für einen kurzen Moment nicht fähig darauf zu antworten. Es gingen mir viele Gedanken durch den Kopf - so z. B., dass mir bewusst wurde, dass ich mit diesem Schritt weiterhin Menschen und Öffentlichkeit auf mich ziehen würde. Und genau das wollte ich nicht! - und hatte davor immer etwas Sorge.

 

Herr Mattis unterbrach meine Gedanken: „Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, Herr Jürgens ..., aber bitte, überlegen sie nicht weiter ... und bitte, kommen sie und helfen meiner Frau!“

 

Wie immer in der Vergangenheit, rührte sich mein Mitgefühl in meiner Seele, weckte damit mein Bedürfnis den Menschen zu helfen und ließ mich antworten: „Ich werde kommen - Herr Mattis! - und werde mich bemühen ihrer Frau zu helfen. Aber ich möchte noch einmal selbst hervorheben, dass es mir dabei nicht um Geld geht - wie sie schon selbst zurecht erwähnt haben -, und stelle in Bezug dazu auch keine Ansprüche. Abgehen davon, kann ich ihnen heute auch noch nicht versprechen, dass ihre Frau wieder gesund wird.“

 

Herr Mattis gab mir zu verstehen, dass er mit dem Anruf nicht bezweckt habe, von mir eine Zusage bezüglich einer Heilung zu erhalten, sondern er lediglich mein Kommen gewünscht habe. Nun, wo ich ihm meine Zusage des Kommens gegeben hätte, wäre er zuversichtlich, dass alles gut werden würde.

 

Ich notierte mir seine Adresse und wir vereinbarten einen Termin, an dem ich ihn und seine Frau in Hamburg besuchen würde. Wir vereinbarten, dass dies am Samstag des kommenden Wochenendes sein sollte - was in drei Tagen sein würde.

 

Herr Mattis meinte noch abschließend zu mir: „Teilen sie mir noch telefonisch mit, wann sie mit dem Zug am Samstag in Hamburg eintreffen werden, dann hole ich sie vom Bahnhof ab. Sie bleiben dann bis Sonntagabend in meinem Haus, wo wir ihnen ein schönes Zimmer inkl. Verpflegung zur Verfügung stellen. Über alles Weitere unterhalten wir uns dann persönlich!“

 

Soweit war nun alles geklärt und besprochen. Es gab aber noch eine Frage, die sich mir schon die ganze Zeit aufdrängte, und die ich doch noch von Herrn Mattis beantwortet haben wollte: „Von wem, Herr Mattis, haben sie eigentlich meinen Namen ...? Es verwundert mich doch sehr, Kontakt über einen Anruf aus Hamburg zu bekommen?“

 

Herr Mattis, der nun nach meiner Zusage sichtlich erleichtert am Telefon wirkte, antwortete: „Das ist leichter zu erklären, als sie vielleicht denken. Ich habe einen Geschäftsfreund, der des Öfteren beruflich in Bayern unterwegs ist. So war er u. a. vor einigen Wochen in der Nähe ihres Wohnortes gewesen. Dort kam über Umwege, irgendwie das Gespräch auf Erkrankungen und in dem Zusammenhang das Gespräch auf die Leidengeschichte meiner Frau. Der Gesprächspartner berichtete daraufhin meinem Geschäftsfreund von einem Mann mit Namen Christoph Jürgens und das dieser Mann schon viele Menschen von ihren Gebrechen geheilt habe. Mein Geschäftsfreund notierte sich selbstverständlich Name, Adresse und Telefon und übereichte mir gestern Abend ihren Namen während eines persönlichen Treffens. Ja, so kam ihr Name zu mir und der heutige Telefonanruf zwischen mir und Ihnen zustande. Wie schon gesagt, ich bin bisher kein besonders gläubiger Mensch gewesen - aber ich bin mir schon jetzt sicher, dieser Weg zu Ihnen war kein Zufall!“

 

Ich konnte dem nur zustimmen: „Mit ihrer Aussage haben sie recht, Herr Mattis! - es gibt im Universum keine Zufälle. Sie treten bewusst oder unbewusst in unser reales Leben, nachdem unsere Seele Kontakt mit dem Universum aufgenommen und z. B. um Hilfe gebeten hat!“ - Mit dieser allgemeinen Feststellung verabschiedeten wir uns für heute.

 

Ich erkundigte mich nach einer Bahnfahrt für den kommenden Samstag und teilte meine Ankunft in Hamburg Herrn Mattis telefonisch mit. Am Samstag fuhr ich dann mit dem Zug nach Hamburg. Es war eine lange Fahrt - und ich hatte viel Zeit zum Denken. So dachte ich auch über die vergangenen Heilungen nach. Jede Begegnung mit einem Menschen, der ein langes und manchmal auch schweres Leiden mit sich trug, hatte mich tief bewegt. Auch wenn es in der Regel zu dem gewünschten Erfolg einer Heilung gekommen war, so hatte der ganze Umstand mir doch immer wieder viel physische und psychische Energie gekostet. So empfand ich mich erschöpft und benötigte dringend selbst Eigenhilfe in Form von ausreichender Entspannung. Ich nahm mir vor, nach der vor mir stehenden Begegnung mit Herrn und Frau Mattis, eine Auszeit zu nehmen. So in Gedanken vertieft, bemerkte ich nicht, wie die Zeit verging und ich plötzlich vernahm, dass der Zug als nächste Station Hamburg-Harburg anfahren würde. Hamburg-Harburg war der Bahnhof, wo ich aussteigen musste. Ich bereitete mich also langsam auf den Ausstieg vor.

 

So stand ich nun ca. zehn Minuten später auf dem Bahngleis und schaute mich nach Herrn Mattis um. Seiner Beschreibung nach, war er 55 Jahre alt, 183 cm groß, hatte graue kurze Haare und einen ebenso grauen kurzen Bart. Selbstverständlich hatte ich ihm auch meine Person beschrieben. Während ich mich intensiv umschaute, sah ich plötzlich einen Mann - deren Beschreibung nach Herr Mattis sein könnte - der auf mich zukam. Der Mann blieb mit einem Lächeln vor mir stehen, bemusterte mich und sprach mich fragend an: „Sie sind ... Christoph Jürgens ... oder ...?“ Ohne meine Antwort abzuwarten, reichte er mir seine Hand und fügte er hinzu: „Ich bin übrigens Curd Mattis!“

 

Indem auch ich ihm meine Hand reichte, bestätigte ich ihm: „Ja, Herr Mattis - ich bin Christoph Jürgens!“

 

Sichtlich erfreut und ebenso gerührt, nahm Herr Mattis meine Hand fest in seine beide Hände und meinte: „Ich freue mich, sie persönlich kennenzulernen - und dass meine ich nicht nur im Bezug zu dem tatsächlichen Grund ihres Besuches. Auch ohne den tragischen Hintergrund der Erkrankung meiner Frau hätte ich sie gerne persönlich kennengelernt, da ich annehme, dass ich von ihnen noch viel lernen kann. Ich erkenne heute unter den Gegebenheiten, dass es Wichtigeres gibt, als Erfolg und Geld.“

 

Während Herr Mattis mit mir sprach, gingen wir aus dem Bahnhof hinaus zum Parkplatz zu seinem Auto. Herr Mattis besaß einen großen teuren Mercedes. Auch wenn ich nicht viel von Autos verstand, konnte ich das doch erkennen.

 

Mit seinem Auto fuhren wir dann einige Zeitlang durch die Stadt Hamburg, bis wir in einem kleinen Vorort von Hamburg bei seinem Wohnhaus ankamen. Es handelte sich um eine Gegend, wo dem Anschein nach, nur finanziell gut situierte Menschen lebten. Herr Mattis fuhr mit seinem Auto durch ein Tor auf dem Innenhof eines großzügigen Anwesens und blieb vor einer ebenso großzügigen Villa mit seinem Auto stehen. Hatte Herr Mattis noch während der Fahrt durch die Stadt sich angeregt mit mir unterhalten, so verfiel er die letzten Minuten in ein Schweigen und sagte nun etwas bedrückt: „So, Herr Christoph,wir sind da ...“

 

Ich stieg aus und schaute mich etwas um in dem ich sagte: „Sie müssen ein reicher Mann sein, Herr Mattis!“

 

Herr Mattis, der mit Eintreffen auf seinem privaten Grundbesitz sichtlich bedrückt wirkte, schaute zu mir herüber und antwortete nachdenklich: „Wenn es nur um Dinge wie Erfolg, Geld und Besitz gehen würde, bin ich sicher ein reicher Mann - und müsste zudem ein wahrhaft zufriedener Mann sein. Ja - reich bin ich immer noch! ... aber weitgehend zufrieden? ... war ich auch einmal! ... war ich, bevor meine Frau schwer erkrankte.“

 

Nach einer kurzen Pause, wo er wohl in Gedanken in sich gegangen war, fragte er mich dann: „Herr Jürgens, sind sie damit einverstanden, dass wir schon gleich meine Frau in ihrem Krankenzimmer besuchen ...? Ich weiß, dass sie besonders wert auf ihre Bekanntschaft legt und sicher schon voller Ungeduld wartet!“

 

Selbstverständlich stimmte ich dem zu - und so gingen wir hinein in seine Villa.

 

In der Eingangsdiele wurden wir von einer freundlichen älteren Dame begrüßt, die Herr Mattis als seine Hauswirtschafterin vorstellte. Herr Mattis stellte mich ihr kurz vor und sagte dann zu ihr: „Frau Schmidt, Herr Jürgens und ich gehen direkt zu meiner Frau in das Krankenzimmer. Bringen sie doch schon einmal bitte das Gepäck von Herrn Jürgens in sein Zimmer. Danach können Sie uns etwas zu trinken bringen!“ Herr Mattis wandte sich mir zu und fragte: „Was darf ihnen Frau Schmidt bringen: Wasser, Orangensaft, Tee oder Kaffee?“

 

Da ich schon lange nichts mehr getrunken hatte, brauchte ich nicht lange überlegen und antwortete: „Ich möchte wohl ein Glas Wasser! ... und evtl. später noch einen Kaffee.“

 

Herr Mattis wandte sich erneut Frau Schmidt zu: „Bringen sie uns also bitte eine Flasche Wasser mit zwei Gläsern in das Krankenzimmer meiner Frau. Danach können sie schon einmal eine Kanne Kaffee kochen und im Esszimmer servieren.“

 

Herr Mattis ging die Treppe hinauf und ich folgte ihm. Im oberen Geschoss gingen wir durch einen langen großzügigen Flur. Vor einer der vielen Türen blieb Herr Mattis stehen und klopfte sanft. Eine Stimme von innen sagte leise, dass wir eintreten könnten. Herr Mattis öffnete die Tür und machte den Blick frei in ein überaus großzügiges Zimmer. Es war eine Kombination aus Wohn- und Schlafbereich, an dem nach außen hin noch ein großzügiger Balkon anschloss. Als Erstes betrat man den Wohnbereich, der überging in den Schlafbereich. Beim Eintreten kam uns eine Krankenschwester entgegen, die offensichtlich auf das Klopfen von Herrn Mattis geantwortet hatte. Sie begrüßte uns freundlich und Herr Mattis stellte sie mir als Frau Clausing vor.

 

Wir betraten nun den Schlafbereich und erblickte Frau Mattis in einem großen Bett - die sich bemühte den Blickkontakt zu uns herzustellen. Wir gingen zu ihr herüber. Herr Mattis begrüßte sie mit einem Kuss auf die Wange und sagte zu ihr: „So, Liebling, das ist Herr Jürgens! - den du sicher schon voller Ungeduld erwartest hast.“

 

Sie reichte mir ihre Hand, die ich entgegennahm, und begrüßte mich mit schwacher Stimme: „Guten Tag, Herr Jürgens! - ich freue mich ja so sehr, dass sie gekommen sind ...“

 

Man konnte ihr anmerken, wie sehr sie gerührt war. Ich setzte mich zu ihr auf einen Stuhl, der neben dem Bett stand, hielt ihre Hand fest in meine Hand und erwiderte ihr: „Auch ich freue mich ihre Bekanntschaft machen zu dürfen, Frau Mattis ... und möchte ihnen gleich zu Beginn sagen, dass sie sich vor nichts fürchten brauchen. Was immer auch geschieht und wie immer es auch kommen mag: Es kann und wird ihnen nicht wirklich etwas geschehen! - nichts, vor dem sie sich fürchten müssten.“

 

Jetzt wo sie da sind, Herr Jürgens ..., fürchte ich mich auch nicht mehr!“ antwortete sie und Tränen liefen über ihre Wangen.

 

Ich nahm ein Taschentuch, das auf dem Nachtisch lag, und wischte damit vorsichtig ihre Tränen ab. Während ich noch immer ihre Hand hielt, wurde Frau Mattis immer entspannter und ruhiger. Sie schloss ihre Augen und schlief dann ein. Vorsichtig legte ich ihre Hand neben ihr auf das Bett und wandte mich Herrn Mattis zu, der von dem Geschehen sehr gerührt war und dem ebenfalls Tränen der Rührung über seine Wangen liefen. Herr Mattis sagte leise zu mir, dass wir seine Frau nun wieder in die Obhut von Frau Clausing geben könnten - und gemeinsam nach unter Gehen würden. Ich stand auf und Frau Clausing übernahm lächelnd meinen Platz am Bett von Frau Mattis.

 

Im Erdgeschoss angelangt, führte mich Herr Mattis in das Esszimmer, wo seine Hauswirtschafterin Frau Schmidt schon den Tisch gedeckt hatte. Nach dem wir uns gesetzt hatten, dauerte es auch nicht lange, dass Frau Schmidt hereinkam und uns eine große Kanne Kaffee brachte. Frau Schmidt hatte auch ein Tablett mit einer Auswahl von leckeren Kuchen und Schnittchen auf den Tisch gestellt.

 

Indem Herr Mattis auf die Kanne Kaffee und die Tafel mit den Kuchen und Schnittchen zeigte, sagte er ermutigend zu mir: „Greifen sie bitte kräftig zu Herr Jürgens! - sie sind sicher nach dem Durchleben des heutigen Tages erschöpft, sodass Ihnen diese kleine Stärkung gut tun wird.“

 

Ich goss mir also Kaffee ein und genoss den leckeren Kuchen. Auch Herr Mattis tat des Gleichen. Während wir die ersten Bissen schweigend zu uns genommen hatten, sprach mich Herr Mattis mit etwas ernster Mine an: „Was meinen sie, Herr Jürgens ..., wird meine Frau wieder gesund ...?“

 

Auf diese Frage hatte ich schon gewartet und konnte daher auch ohne weiteres Überlegen antworten: „Sie wissen selbst, Herr Mattis, dass ihre Frau schwer krank ist und aus medizinischer Sicht nicht mehr lange zu leben hat. Ein Zustand, der Heilungen oft erschwert gegenübersteht, da nicht nur die näheren Angehörigen sondern auch die betroffene Person eine Heilung ausschließen. Was wieder verständlich ist, da keine Zeit mehr für eine lange Heilungszeit vorhanden ist. In solchen Fällen sind also Spontanheilungen erforderlich, so wie dies durch das Wirken Jesus zu seiner Zeit geschehen ist - und auch heute noch geschehen kann. Nicht immer sind bei solchen Spontanheilungen Personen - sogenannte Heiler - mitwirkend gewesen. Jeder Mensch verfügt über die Kraft sich selbst zu heilen. Leichter funktioniert die Heilung aber in Bezug zu Personen, denen man das uneingeschränkte Vertrauen entgegenbringt - besser noch, die uneingeschränkte Gewissheit entgegenbringt -, dass man durch diese Person wieder gesund wird. Auch wenn ich durch meine Empfindungen im Bezug zu der zu heilenden Person vermuten kann, inwieweit dieses uneingeschränkte Vertrauen, diese uneingeschränkte Gewissheit, vorhanden ist, weis ich es letztendlich doch nicht.

 

Und so verhält es sich auch in Bezug zu ihrer Frau. Meine Empfindung sagt mir, dass ihre Frau mir diese Einstellung entgegenbringt. Schon die erste Berührung mit ihrer Frau - indem ich ihre Hand hielt - vermittelte mir ein sehr intensives Gefühl. Um also auf ihre Frage noch einmal konkret einzugehen: Es liegt letztendlich im Ermessen der erkrankten Person - also ihrer Frau! Wie Jesus schon zu seiner Zeit den Geheilten gesagt hat: Nicht mein, sondern dein Glaube hat dir geholfen! Und so war es und so ist es noch heute. Der Glaube - oder nennen wir es besser, die Gewissheit - des Betroffenen an seine Heilung, lässt erst eine Heilung möglich werden. Es mag sich schon eigenartig anhören, wenn ich damit sage, dass es an ihrer Frau selbst liegt, ob sie wieder gesund wird - aber bei genauer Betrachtung, ist es so.“

 

Herr Mattis hatte die ganze Zeit intensiv zugehört - etwas, dass man diesen aktiven und sonst sehr gesprächigen Mann nicht so ohne weiteres zutraut. Sehr ruhig und nachdenklich waren auch nun seine an mich gerichteten Worte: „Ich kann dem, was sie soeben gesagt haben, schon folgen und glaube auch, dass es so ist. Auch wenn ich beruflich nicht mit dieser Art von Glauben - und erst recht nicht mit Heilungen - zutun hatte oder habe, so stelle ich doch Parallelen fest, die in ähnlicher Weise auch in anderen Bereichen so funktionieren. So verwende ich oft einen Satz in Bezug zu Mitarbeitern und Geschäftspartnern, wenn die Leistungen und die Resultate nicht so ausgefallen sind wie gewünscht: Das der Umstand weniger mit dem Können der betroffenen Person zu tun habe, sondern vielmehr mit dem Wollen!“

 

Ich war schon einwenig überrascht über seine Worte und der damit verbundenen Erkenntnis und so erwiderte ich: „Ja, genauso ist es, Herr Mattis ...! Sie habe soeben eine tiefe Erkenntnis über ein bedeutsames Lebensgesetz von sich gegeben - welches übergreifend ist auf alle Bereiche unseres Lebens. Und dieses Gesetz ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Wir Menschen erleben immer in irgendeiner Form eine Wirkung, deren Verursacher wir waren oder deren Ursache wir sind. Eigentlich ein sehr simples und einfaches Gesetz, das einfach zu verstehen und eigentlich auch einfach anzuwenden ist. Was den Menschen oft fehlt, ist das Bewusstsein über diese Gesetzmäßigkeit. Alles in dem Leben der Menschen könnte so viel einfacher sein, wenn wir uns nach diesem Gesetz ausrichten und danach leben würden.“

 

Unerwartet legte Christoph eine längere Gesprächspause ein und meinte dann zu mir: „Ich denke, wir machen an dieser Stelle erst einmal eine kleine Pause. Da die Erinnerungen an diese Erlebnisse doch recht kräftezehrend sind, kann ich etwas Abwechslung und Stärkung gebrauchen.“

 

Ich hatte mein Aufnahmegerät ausgeschaltet, schaute auf die Uhr und stellte erstaunt fest: „Oh ja ..., es ist ja auch schon zwei Uhr Nachmittag! Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich denke auch, dass uns etwas Auszeit und eine kleine Stärkung gut tun wird.“

 

Christoph ging in die Küche um Kaffee zu kochen und einige Schnitten Brot vorzubereiten. Ich folgte ihm und half dabei. Kurze zeit später saßen wir wieder auf der Veranda und genossen den Imbiss zwischendurch. Ich war in Gedanken versunken und ließ die von Christoph berichteten Erlebnisse in mir wirken ...

 

Aber ich dachte nicht nur über das soeben gehörte nach, sondern über all das, was ich bisher von Herrn Jürgens erfahren und aufgezeichnet hatte. Schon durch den ersten Kontakt zu Christoph hatte mein Bewusstsein angefangen sich zu verändern – und nun ... nach den wenigen Tagen des zweiten Kontaktes zu Christoph, spürte ich, wie sich meine Gedankenwelt und mein Bewusstsein völlig neu veränderten.

 

So sagte ich dann auch nach einigen Minuten des Schweigens: „Weist du, Christoph ..., wenn ich wieder von hier fortfahre, werde ich nicht mehr der Gleiche sein, der zu dir kam!“

 

Mit seinem schon bekannten angenehmen Lächeln erwiderte Christoph: „Das will ich dir gerne glauben. Aber um das zu bewirken, was jetzt schon mit deinem Bewusstsein geschehen ist, muss man wie ein Gefäß bereit sein, etwas in sich hineinfüllen zu lassen und es aufzunehmen. Und du bist ein Gefäß, dass diese Bereitschaft mitbrachte.“

 

War Frau Mattis auch so ein Gefäß, in dem du das hineintun konntest, was zu ihrer Heilung erforderlich war?“ fragte ich, um wieder auf die noch nicht vollendete Geschichte von Herrn und Frau Mattis zurückzukehren.

 

Ein Leuchten ging über das Gesicht von Herr Jürgens, in dem er antwortete: „Oh ja ... das war Frau Mattis! - aber auch Herr Mattis. Und um dieser Geschichte aus meinem Leben vorzugreifen: auch Herr und Frau Mattis, waren nicht mehr die gleichen, als ich von Ihnen ging. Und wenn ich das schon so sage, habe ich damit eigentlich schon gesagt, dass Frau Mattis wieder gesund wurde ... Ja, sie wurde wieder gesund! - wenn auch mit einem tragischen Zwischenfall, von dem ich dir gleich berichten werde. Aber ich möchte an dieser Stelle, noch einmal auf Herrn Mattis zurückkehren. Er war ein ganz besonderes Gefäß, was ihn selbst erst später bewusst wurde. Für ihn hatte die Erkrankung und Heilung seiner Frau und der damit verbundene Kontakt zu mir eine ganz besondere Auswirkung. Er wurde zu einem völlig neuen Menschen. Aber ich denke, dass dies der passende Zeitpunkt ist, von dem Erlebten mit dem Ehepaar Mattis, weiter zu berichten.“

 

Ich schaltete also mein Aufnahmegerät wieder ein und Christoph berichtete mir nun von der Heilung von Frau Mattis und der wundersamen Verwandlung des Herrn Mattis.

 

Nachdem Herr Mattis und ich unseren Kaffee getrunken und mit den wunderbaren Kuchen neu gestärkt hatten, fragte mich Herr Mattis, ob wir draußen eine Runde spazieren gehen wollten - dabei, so meinte er, könnten wir uns noch etwas unterhalten. Ich willigte gerne ein und so gingen wir einige Minuten später an der nahe liegenden Alster spazieren.

 

Herr Mattis nutzte diese Momente, um mich mehr nach den Dingen zu fragen, über die er sich in den letzten Jahren keine Gedanken gemacht hatte. So sagte er in dem Zusammenhang: „Es mag für sie eigenartig klingen, Herr Jürgens, aber ich habe mir über die Dinge, die über das reale Leben hinausgehen nicht nur keine Gedanken gemacht, sondern ich habe auch nicht geglaubt, dass es da noch etwas anderes gibt. Für mich gab es überwiegend nur das reale Geschäftsleben. Was nach unserem Ableben geschehen würde, darüber machte ich mir keine Gedanken. Erstmalig durch die Erkrankung meiner Frau, bin ich angefangen, mir Gedanken in eine andere Richtung zu machen und mir alle möglichen Fragen zu stellen. Fragen, die sie mir sicherlich beantworten können.“

 

Ich muss gestehen, es waren sehr viele Fragen, die Herr Mattis an mich stellte - und begingt dadurch, es ein langer Spaziergang wurde. Voll konzentriert hatte ich mich die ganze Zeit bemüht seine Fragen zufriedenstellend zu beantworten.

 

Als wir wieder zu seinem Haus zurückkehrten, blieb Herr Mattis vor der Eingangstür stehen, legte seine rechte Hand auf meine Schulter und sagte: „Es ist für mein Leben sicher von größter Bedeutung, dass ich ihre Bekanntschaft mache - das spüre ich tief in mir. Schon jetzt haben sie mir etwas gegeben, das mich tief bewegt. Es ist ein Reichtum, den man nicht mit Geld aufwiegen kann.“

 

Herr Mattis hielt einen Moment tief gerührt inne und in seinen Augen hatten sich Tränen gebildet, dann setze er seine Worte fort: „Wissen sie Herr Jürgens ..., egal welche Auswirkung ihr Besuch auf die Heilung meiner Frau haben wird - wobei ich jetzt weis, dass meine Frau wieder gesund werden kann - ihr Besuch wird in jedem Fall eine große Auswirkung auf mein Seelenleben und sicher auch auf das meiner Frau haben.“

 

In diesem Moment konnte ich nicht anders: Ich nahm ihn in meine Arme ... Herr Mattis zögerte einen Moment ... und nahm mich dann ebenso gefühlvoll in seine Arme. Nach einem Moment tiefster Empfindungen der Zuwendung, löste sich die Umarmung und ich ergänzte meine Empfindungen noch mit den Worten: „Ich bin sehr dankbar, wenn ich verspüre, dass sich bei Menschen - so wie bei ihnen - etwas bewegt. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass in den Menschen die Bereitschaft zur Bewusstseinsveränderung vorhanden ist, sie muss nur erweckt werden.“

 

Wir gingen ins Haus und Herr Mattis bat mich, mit ihm gemeinsam das Abendessen zu sich zu nehmen. Während des Abendessens unterhielten wir uns angeregt über das derzeitige Bewusstsein der Menschen und über einen möglichen weiteren Schritt der Menschen zu einem höheren Bewusstsein.

 

Herr Mattis betonte noch einmal, wie sehr sich sein Bewusstsein schon in so kurzer Zeit verändert hat und welche Auswirkung dies auf sein Leben haben wird. In dem Zusammenhang stellte Herr Mattis die Frage: „Was würde geschehen, wenn alle Menschen ihr altes Bewusstsein ablegten und sich einem neuen höheren Bewusstsein zuwenden würden?“

 

Ich war über seine Äußerungen und seine Frage wiedereinmal sehr überrascht, und konnte nur Antworten: „Wir Menschen würde eine völlig neue Erde mit einer völlig neuen Menschheit erschaffen!“

 

Herr Mattis nickte nachdenklich: „Damit werden sie sicher recht haben, Herr Jürgens! - das würde wohl geschehen.“

 

Frau Schmidt kam ins Esszimmer und unterbrach unser angeregtes Gespräch. Während sie den Tisch abräumte, fragte sie Herrn Mattis, ob sie noch etwas erledigen könne, da sie sich sonst für heute gerne verabschieden würde. Herr Mattis sagte ihr, dass alles in Ordnung sei und sie nach Hause gehen könne.

 

Nach einem Moment des Schweigens schaute mich Herr Mattis fragend an und ich verspürte, dass er die gleichen Gedanken hatte wie ich. So sagte ich einfach bestätigend zu ihm: „Ja - gehen wir noch einmal gemeinsam zu ihrer Frau!“

 

Wir gingen also gemeinsam nach oben. Herr Mattis klopfte sanft an die Tür, die dann ohne Worte von Frau Clausing geöffnet wurde. Bevor Herr Mattis etwas fragen konnte, antwortete Frau Clausing: „Ihre Frau ist wieder wach und freut sich sicher über ihren Besuch.“ Und indem sie mich anschaute, ergänzte sie: „Insbesondere aber über ihren Besuch, Herr Jürgens!“

 

Herr Mattis sagte zu Frau Clausing, dass sie für eine Weile auf ihr Zimmer gehen könnte und sich etwas Ruhe gönnen sollte. Frau Clausing willigte dankbar ein und verließ das Zimmer. Herr Mattis und ich gingen nun um die Ecke des Zimmers zum Bett von Frau Mattis. Frau Mattis saß leicht aufgerichtet in ihrem Bett und lächelte uns mit einem schwachen Lächeln freundlich an.

 

Herr Mattis setzte sich zu ihr ans Bett und nahm ihre Hand. „Na, mein Schatz ..., wie geht es dir?“ fragte er sie mit sichtlich gerührter Stimme. Frau Mattis Augen veränderten sich, so, als wollten sich Tränen bilden und antwortete mit schwacher und ebenso gerührter Stimme: „Jetzt wo ihr hier seit, fühle ich mich wieder ruhig!“

 

Sie wandte ihren Kopf mir zu und sagte: „Ich bin ja so dankbar, dass sie hier sind, Herr Jürgens. Sie sind für mich der gute Engel, der mir das Licht in meine verdunkelte Welt bringt. Wenn jemand mir helfen kann, dann sind sie es!“

 

Herr Mattis stand auf und zeigte mit einer Geste, dass ich mich zu seiner Frau ans Bett setzen könnte - was ich auch tat. Ich nahm mit meiner rechten Hand die linke Hand von Frau Mattis und meine linke Hand legte ich sanft auf das Haupt von Frau Mattis. Frau Mattis schloss die Augen und ihr Puls beruhigte sich mehr und mehr, bis sie ganz ruhig und entspannt so vor mir lag. Nun schloss auch ich meine Augen und stellte im Geiste eine feste Verbindung zu ihr her. Ich fühlte, wie meine Seele sich mit ihrer Seele verband.

 

In dieser Verbundenheit ließ ich heilende Energieströme aus dem Universum über meinen Körper in den Körper von Frau Mattis fließen. Dabei stellte ich mir im Geiste intensiv vor, wie diese heilenden Energieströme den Krebs in dem Körper von Frau Mattis auflösten. Immer und immer wieder ließ ich so die Energieströme fließen ... bis ich immer schwächer wurde. Wie viel Zeit in dieser intensiven Verbundenheit vergangen war, kann ich nicht sagen. Nun öffnete ich meine Augen wieder und sah, dass Frau Mattis friedlich eingeschlafen war.

 

Ich schaute mich nach Herrn Mattis um, der sich etwas vom Bett entfernt auf einen Stuhl gesetzt hatte, und sagte ruhig und leise: „Ihre Frau ist eingeschlafen ...!“ Als ich ein leichtes Entsetzen in dem Gesicht von Herrn Mattis vernahm, ergänzte ich beruhigend: „Sie ist wirklich nur eingeschlafen.“

 

Herr Mattis stand mit einem Lächeln im Gesicht auf und machte eine Handbewegung zur Tür hin. Ich verstand seine Geste, richtete mich leise vom Stuhl auf und verließ mit Herrn Mattis das Zimmer. Herr Mattis ging hinüber zum Zimmer von Frau Clausing und sagte ihr, dass wir nun wieder nach unten gehen wollten und sie ab und zu nach seiner Frau schauen möchte.

 

Wir gingen nach unten und setzen uns noch für eine kurze Zeit in das Wohnzimmer. Herr Mattis verwies noch einmal auf das im Zimmer seine Frau zuvor erlebte und meinte zu mir: „Während der Zeit, als sie ihre wundersame Handlung an meiner Frau vollzogen, hatte auch ich ein eigenartiges und wundersames Erleben. Ich verspürte plötzlich eine tiefe Ruhe in mir - setzte mich auf einen Stuhl und schloss meine Augen. Mein Pulsschlag wurde immer ruhiger ... und vor meinen Augen sah ich nach einer Zeit ein helles Licht, welches eine noch tiefere Ruhe in mir erzeugte. Losgelöst von allem Irdischen ließ ich mich fallen in diesem wunderbaren Zustand. Wie viel Zeit ich in diesem Zustand verbrachte, vermag ich nicht zu sagen. Nach einer Zeit wurde das Licht immer schwächer und öffnete wieder meine Augen. Das muss wohl zu der Zeit gewesen sein, als sie zu mir herüberschauten.“

 

Ich gebe zu, dass mich die Äußerungen von Herrn Mattis schon sehr überraschten. Nie zuvor habe ich Ähnliches von einem indirekt Betroffenen gehört. So konnte ich nicht anders, als dies auch Herrn Mattis zu bestätigen: „Sie, Herr Mattis, und ihre Frau, sind zwei wunderbare Gefäße, in denen man auf einfache Weise die göttliche Lebensenergie füllen kann. Ich nehme an, dass so, wie sie ihr Erleben geschildert haben, es ihre Frau auch erlebt hat - wir werden sie morgen danach fragen.“

 

Wir unterhielten uns noch eine Zeitlang und gingen dann, da wir beide vom Erleben des Tages erschöpft waren, frühzeitig ins Bett.

 

Am anderen Morgen wurde ich von Frau Schmidt geweckt, die mir mitteilte, dass das Frühstück in einer halben Stunde im Esszimmer für mich bereit wäre. Herr Mattis - so erwähnte sie noch - würde mit mir Frühstücken. Ich ging also ins Bad, duschte und ging zwanzig Minuten später hinunter in das Esszimmer. Herr Mattis saß schon am Esszimmertisch und begrüßte mich freudig. Wir nahmen ein wunderbares Frühstück zu uns und unterhielten uns angeregt über sein bisher verlaufendes Leben. Zwischendurch schweifte mein Blick hinaus und genoss die Aussicht auf die Alster, die von hier aus gut zu sehen war. Die Sonne erstrahlte die Natur und ließ ihr Licht über das Wasser spiegeln. Ich stellte fest: Draußen sah alles so friedlich aus ...! Meine Gedanken gingen zu Frau Mattis: Wie mag es ihr heute Morgen gehen? ... und wie wird es weiter mit ihr verlaufen ...?

 

Ich war schon bei meiner Frau“, sprach mich Herr Mattis unerwartet an, als wenn er meine Gedanken wahrgenommen hätte „der es geht den Umständen entsprechend gut geht - sie möchte auch, dass wir nach dem Frühstück zu ihr kommen.“

 

Ja, dass werden wir tun!“ bestätigte ich und freute mich schon auf die Begegnung mit ihr.

 

Eine Viertelstunde später war es dann soweit - wir gingen zu ihr. Frau Clausing empfing uns an der Tür und führte uns zu Frau Mattis, die in einem erstaunlich guten Zustand zu sein schien und uns freudig begrüßend erwartete.

 

Guten Morgen, Frau Mattis, es scheint ihnen ja wirklich besser zu gehen!“ Begrüßte ich ebenso freudig Frau Mattis.

 

Sie richtete sich etwas auf und erwiderte: „Ja, dass stimmt - es geht mir schon deutlich besser, Herr Jürgens. Ihre Anwesenheit hat schon erste Spuren hinterlassen.“

 

Frau Mattis war wirklich in einem erstaunlichen Zustand, was sich auch darin bekundete, dass sie anfing, sich mit mir zu unterhalten und mir von ihrem Leben erzählte. Aus ihren Erzählungen konnte man entnehmen, dass ihr Leben an der Seite ihres Ehemannes - der im Verlauf ihrer Ehejahre immer mehr Zeit für seine Firma und deren Erfolge verbrachte - Schritt für Schritt an Bedeutung und Lebensinhalt verlor. Es war ihr heute bewusst, dass dies die auslösende Ursache für ihre Erkrankung war. Eine Erkenntnis, die sicherlich stimmte und von mir als Erklärung ihrer Erkrankung akzeptiert wurde.

 

So bestätigte ich ihr dies auch: „Es wird sicher so gewesen sein. Ihre Seele hat ihren mangelnden Lebenswillen wahrgenommen und die Folge davon - aus diesem Leben zu scheiden - eingeleitet. Eine Entscheidung, die von ihnen in der Vergangenheit getroffen wurde und die sie heute, wenn dies ihr wahrer Wunsch ist, neu bestimmen können. Ich vernehme, dass von ihnen eine Energie ausgeht, die mir das Gefühl vermittelt, dass sie dieses Leben weiter vorsetzen möchten.“

 

Ja, das möchte ich!“ Antwortete Frau Mattis spontan. „Mein Mann und ich haben uns während meiner Erkrankung neu gefunden und beschlossen, ein neues Leben zu beginnen, wenn ich die Erkrankung überwinde.“

 

Ich nahm ihre Hand und bestätigte beruhigend: „Es geschieht immer was man aus tiefsten Herzen wünscht und erwählt.“

 

Ich fühlte, dass Frau Mattis sehr aufgeregt war. Ihr Pulsschlag nahm ernorm zu, was ich als kein gutes Zeichen wahrnahm ... Plötzlich geriet sie ganz außer Atem und rang nach Luft. Ich versuchte sie zu beruhigen .... Aufgeregt traten auch Herr Mattis und Frau Clausing an das Bett und sprachen beruhigend auf Frau Mattis ein. Ich hielt noch immer ihre Hand fest in meine Hand. Und dann geschah es ... unvorbereitet und tragisch: Ihr Herz setzte aus! - und das Leben schien aus ihrem Körper zu weichen. Herr Mattis und Frau Clausing waren völlig fassungslos. Ich drehte mich zu ihnen um und beruhigte sie: „Bitte ..., bitte bleiben sie ruhig und lassen sie mich ...!“

 

Ich wandte mich wieder Frau Mattis zu. Legte meine beiden Hände auf ihr Haupt, schließ meine Augen und nahm entspannt Verbindung zu ihrer Seele auf. Im Bewusstsein göttlicher Macht und Kraft - deren ich mir in diesem Moment ganz besonders bewusst war - ließ ich lebensspendende Energien des göttlichen Universums zurück in ihren Körper und Geist fließen ... und fühlte nach einer Weile ... wie ihre Seele in ihren Körper zurückkehrte und ihr Puls plötzlich wieder anfing zu schlagen. Ich öffnete meine Augen und sah, dass sich auch diesem Moment die Augen von Frau Mattis öffneten. Es war ein bewegenden Moment im Leben aller Beteiligten. Für einen kurzen Moment war völlige Stille im Zimmer von Frau Mattis, die durch Worte von Frau Mattis durchbrochen wurde: „Ich lebe! ... ich bin wieder zurück ...!“

 

Es folgten bewegende Minuten des Glücks zwischen Herrn und Frau Mattis. Herr Mattis konnte das Glück nicht fassen, nahm unter Tränen seine Frau in seine Arme und wollte sie nicht mehr loslassen. - Völlig erschöpft zog mich leise aus dem Zimmer von Frau Mattis zurück und ging in mein Zimmer. Dort legte ich mich auf mein Bett und versuchte mich zu entspannen. Ich konnte das Geschehene selbst noch gar nicht fassen. Nie zuvor hatte ich so dramatische Sekunden erlebt. Während ich mich in Gedanken immer wieder mit dem Geschehen und Frau Mattis auseinandersetzte, muss ich wohl nach einiger Zeit erschöpft eingeschlafen sein ...

 

Ich erwachte plötzlich durch ein Klopfen an der Tür ... Nachdem ich wieder zu mir gekommen war, stand ich etwas wacklig auf, ging zur Tür und öffnete sie. Herr Mattis stand vor der Tür, blickte mich mit einem sonderbaren und überwältigenden Blick an und sagte dann voller Emotionen: „Lieber Herr Jürgens ... ich bin ihnen ja so dankbar! ... sie haben wahrhaftig ein Wunder vollbracht. Abgesehen davon, dass sie meine Frau wieder zum Leben erweckt haben, geht es meiner Frau auch wieder besser. Aber bitte ... erleben sie es selbst ...! Kommen sie … meine Frau möchte sie gerne sehen und mit ihnen sprechen.“

 

Ich schloss die Tür hinter mir und ging mit Herrn Mattis zu seiner Frau. Schon als ich auf das Bett von Frau Mattis zuging, konnte ich eine deutliche Veränderung an Frau Mattis erkennen. Obwohl auch noch sehr erschöpft, strahlte Frau Mattis mich mit einer mir unbekannten neuen Lebensenergie an. Ich setzte mich zu ihr und sagte zu ihr: „Sie sehen aus, Frau Mattis, als hätte das Leben sie wieder zurück!“

 

Frau Mattis strahlte, nahm meine Hand und erwiderte: „Ja, so ist es! - und dies ist ihr Verdienst, Herr Jürgens. Sie haben ein Wunder an mir vollbracht. Ohne sie wäre ich nun nicht mehr am Leben.“

 

Ich winkte etwas verlegen ab: „Nein, Frau Mattis, ganz so ist das nicht! - und das wissen sie auch. Ohne ihr Wollen, ohne ihr tiefes Verlangen nach einem Weiterleben auf dieser Erde, wäre meine Hilfe nicht möglich gewesen und wären sie auch von uns gegangen.“ Ich nahm meine linke Hand und legte sie auf die Hand von Frau Mattis, die schon meine rechte Hand hielt, und ergänzte mein Worte: „Nun sind sie aber bei uns geblieben ... und ich freue mich sehr darüber, dass sie und ihr Mann sich noch haben.“

 

Frau Mattis blickte zu ihrem Mann herauf, der neben mir stand und mit Tränen in den Augen sagte sie: „Mir und meinem Mann ist ein neues Leben geschenkt worden.“

 

Herr Mattis legte seine Hand auf meine Schulter und meinte zu mir: „Meine Frau und ich haben uns entschlossen, ihnen bei ihrer Arbeit zu unterstützen - vorausgesetzt, dass sie damit einverstanden sind. So können wir am besten unsere Dankbarkeit ausdrücken. Wenn sie möchten, können wir uns ja darüber beim Mittagessen unterhalten, das Frau Schmidt schon zubereitet hat.“

 

Ich stand auf und bestätigte, dass ich sehr interessiert sei und eine Stärkung mir auch gut tun würde. So ließen wir Frau Mattis in der Obhut von Frau Clausing zurück und gingen zum Mittagessen ins Esszimmer. Beim Essen unterbreitete mir Herr Mattis noch einmal konkret die Vorstellung, wie seine Frau und er sich in Zukunft eine Hilfe in dem Bereich vorstellen könnten, in dem ich tätig bin. Zum einen wollten sie meine Aktivitäten persönlich und finanziell unterstützen und zum anderen wollten sie zusammen eine Hilfsorganisation gründen, die sich um hilfebedürftige und unterprivilegierte Menschen kümmert.

 

Um an dieser Stelle vorzugreifen: Sie haben mich unterstützt und sie haben eine erfolgreiche Hilfsorganisation ins Leben gerufen!

 

Das sie es taten und tun konnten, schließt voraus, dass Frau Mattis wirklich gesund wurde. Ja, das wurde bzw. das war sie ... von dem Tag an, an dem sie zum Leben wiedererweckt wurde! Einen Tag nach dem Geschehen fuhren wir alle zusammen in die Klinik, in der Frau Mattis untersucht wurde. Die Untersuchungen, wozu insbesondere das Blutbild und das Röntgenbild gehörten, bestätigten eine völlige Heilung - womit die Ärzte vor einem unbekannten Rätsel standen. Nie zuvor, so war deren Aussage, hätten sie so eine Spontanheilung erlebt. So wollten sie natürlich erfahren, wie so etwas möglich war und wer oder was diesen Umstand ausgelöst hatte. Erneut wurde in diesem Zusammenhang auf meine Person verwiesen. Auch wenn ich nicht als Heiler hervorgehoben werden wollte, ich konnte die nachfolgenden Geschehnisse nicht verhindern.

 

Herr Mattis war in Hamburg ein angesehener und allseits bekannter Unternehmer. So war es nicht verwunderlich, dass auch die Presse das Geschehen erfuhr und insbesondere eine bekannte Tageszeitung um ein Interview mit Frau Mattis, Herrn Mattis und meiner Person bat. Obwohl ich zuerst nicht davon erbaut war, überzeugte mich Herr Mattis, dass es für meinen weiteren Lebensweg nur von Vorteil sein könnte. Ich gab nach ... und der Stein kam ins Rollen! Was alles damit ins rollen kam und wie sich dadurch mein Leben veränderte, davon werde ich in einem besonderen Kapitel berichten.

 

Nachdem ich eine Woche bei den Eheleuten Mattis zugebracht hatte - länger als beabsichtigt - fuhr ich wieder zurück in meine neu erwählte Heimat und freute mich auf ruhige und entspannte Zeiten.

 

 


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